Ein Ausbruch liegt vor, wenn mehr Infektionen einer bestimmten Art auftreten als erwartet und ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist. Ausbruchmanagement umfasst Erkennung, Eindämmung, Kommunikation, Meldung und Nachbereitung.
Das Wichtigste in Kürze
- Bereits zwei zusammenhängende Fälle können einen Ausbruch darstellen.
- Häufungen von klinischen Befunden sind in der Schweiz gemäss Epidemiengesetz dem Kantonsarzt meldepflichtig.
- Ein vorbereiteter Ausbruchplan verkürzt die Reaktionszeit entscheidend.
Vorgehen in sieben Schritten
Bewährt hat sich ein strukturiertes Vorgehen:
- Verdacht erkennen und bestätigen (Falldefinition)
- Sofortmassnahmen einleiten (Isolation, verstärkte Hygiene)
- Ausbruchteam einberufen
- Fälle erfassen und Ausbreitung beobachten
- Meldung an die zuständigen Behörden
- Kommunikation mit Personal, Angehörigen und Partnern
- Ausbruch für beendet erklären und nachbereiten
Häufige Erreger
In Pflegeheimen und Spitälern sind Noroviren, Influenza, SARS-CoV-2, RSV sowie multiresistente Erreger (z. B. MRSA, ESBL, CPE) die häufigsten Auslöser. Für jeden Erreger gelten eigene Übertragungswege und damit eigene Zusatzmassnahmen.
Weiterführend
Quellen
- BAG – Meldeformular Häufung klinischer Befunde
- Swissnoso – Empfehlungen
- WHO – Infection prevention and control
Autorin: Daniela Böhmerle, Fachexpertin Infektionsprävention im Gesundheitswesen (eidg. Diplom)
