Händehygiene umfasst alle Massnahmen, die Krankheitserreger auf den Händen reduzieren – in erster Linie die hygienische Händedesinfektion mit alkoholischem Präparat. Sie ist die wirksamste Einzelmassnahme zur Verhütung healthcare-assoziierter Infektionen (HAI).
Das Wichtigste in Kürze
- Die WHO definiert «5 Momente der Händehygiene» als verbindlichen Standard in der Patientenversorgung.
- Die hygienische Händedesinfektion dauert mindestens 30 Sekunden; die Hände müssen vollständig benetzt sein.
- Händewaschen ersetzt die Desinfektion nicht – es ist nur bei sichtbarer Verschmutzung oder bestimmten Erregern (z. B. Sporenbildnern) angezeigt.
- Schmuck, Uhren und künstliche Fingernägel verhindern eine wirksame Händehygiene.
Die 5 Momente der Händehygiene (WHO)
Die Indikationen sind international einheitlich und bilden die Grundlage jeder Compliance-Messung:
- Vor Patientenkontakt
- Vor aseptischen Tätigkeiten
- Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material
- Nach Patientenkontakt
- Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
Compliance messen und verbessern
Wirksam ist ein multimodaler Ansatz: Verfügbarkeit von Desinfektionsmittel am Ort der Versorgung, Schulung, Beobachtung mit Feedback, sichtbare Erinnerungen und eine Sicherheitskultur, die von der Leitung getragen wird.
Swissnoso stellt mit «CleanHands» ein Instrument zur strukturierten Beobachtung zur Verfügung. Entscheidend ist, dass Resultate regelmässig und konstruktiv an die Teams zurückgemeldet werden.
Besonderheiten in Spitex und Langzeitpflege
In der ambulanten Pflege fehlt oft die fest installierte Infrastruktur. Taschenflaschen, klare Abläufe beim Betreten und Verlassen der Wohnung sowie praxisnahe Schulungen sind hier zentral. In Pflegeheimen gilt es, die Bewohnerumgebung als Wohnraum zu respektieren und trotzdem die Indikationen konsequent umzusetzen.
Weiterführend
Quellen
Autorin: Daniela Böhmerle, Fachexpertin Infektionsprävention im Gesundheitswesen (eidg. Diplom)
